aus Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik
Das Bewusstsein des Handelnden und
des Handelns war eins, durch unmittelbares Be-wusstsein. In und mit dem
Denken wurde ich mir des Denkens bewusst, das heißt ich setze mich als [im] Denken handelnd. Also auch in diesem Bewusstsein setze ich mich selbst als Subjekt und Objekt dasselbe [sic], und dadurch erhielten wir das unmittelbare Bewusst/sein,
das wir suchten. Ich setze mich schlechthin. Ein solches Bewusstsein
ist Anschauung, und Anschauung ist ein sich-selbst-Setzen als solches,
kein bloßes Setzen.
Alles Vorstellen ist ein sich
Setzen. Vom Ich geht alles aus. Das Ich ist kein Bestandteil der
Vorstellung, sondern vom Ich geht alle Vorstellung aus. Alles mögliche
Bewusstsein setzt das unmittelbare Bewusstsein voraus und ist außer dem
nicht zu begreifen.
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J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 33f.
Nota. - Das unmittelbare Bewusstsein ist Anschauung des [meines!] Handelns. Sie ist das, was die Wissenschaftslehre vorfindet: die Unterscheidung zwischen der Handlung und 'einem, der' handelt. Sie konstruiert dagegen 'Das Ich' – eben weil es im unmittelbaren Bewusstsein noch nicht vorkam. So auch die Unterscheidung von realem und idealem Handeln.
JE
Nota - Das obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und ihre Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog. JE.
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