Mittwoch, 28. Oktober 2026

Einen Denkzwang gibt es für die Reflexion, aber nicht fürs Vorstellen.

                                    zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik

       Ich schrieb:                                  Einen Denkzwang gibt es nur für die Reflexion.

Das ist eine Tautologie, denn Denken in specie ist Reflexion. Das lebendige Vorstellen - reale Tätigkeit, wie Fichte sagt - kennt noch gar keinen Gegenstand: Den setzt es ja erst. Mit der Anschauung beginnt das Bestimmen als dieser: nämlich das Beziehen auf den Zweckbegriff.* Das Beziehen auf den Zweckbegriff ist - Reflektieren. Es muss nämlich geurteilt werden: Welchen Widerstand setzt der Gegenstand meinem zweckmäßigen Handeln entgegen? Das ist zugleich das Fortbestimmen meines Zweckbegriffs am Gegenstand. Und jetzt meldet sich mancherlei Zwang. 

24. 1. 19 

* ) 'Was kann ich damit anfangen?' - hier beginnt das Bestimmen in specie: bestimmen wozu? Die Widerstände, den der Gegenstand meiner Tätigkeit leistet, schränkt die Möglichkeiten meines Tuns ein. Ich muss sie rückbeziehen auf meine Absicht, auf die ich spätestens erst jetzt reflektieren muss.

GPT-6 antwortet: 

Ich lese den Text als eine wissenslogische Bestimmung der Grenze maschineller Intelligenz. Der entscheidende Gedanke scheint mir nicht zu sein, dass der Computer nichts Neues hervorbringen könne. Das kann er offenkundig, jedenfalls im Sinne von Ergebnissen, die sein Konstrukteur weder vorhergesehen noch einzeln vorgegeben hat. Entscheidend ist vielmehr, was für eine Tätigkeit das Hervorbringen solcher Ergebnisse ist.

Ihre Argumentation unterscheidet drei Momente:

  1. Lebendiges Vorstellen: reale Tätigkeit, die noch keinen Gegenstand vor sich hat, sondern ihn erst setzt.

  2. Anschauung: Der Gegenstand wird als dieser bestimmt und auf einen Zweck bezogen.

  3. Reflexion: Der Zweckbegriff wird am Gegenstand geprüft und fortbestimmt. Der Widerstand, auf den die Tätigkeit stößt, nötigt zum Urteilen.

Der Denkzwang entsteht demnach nicht schon mit dem Hervorbringen von Vorstellungen, sondern erst dort, wo das Denken sich auf einen Gegenstand bezieht und sich an ihm bewähren muss.

An einer Stelle würde ich allerdings genauer unterscheiden: Dass ein Computer nur mit Mitteln arbeitet, die Menschen konstruiert oder eingerichtet haben, beweist für sich genommen noch nicht, dass seine Tätigkeit keine Reflexion sein kann. Auch der Mensch findet seine sprachlichen, begrifflichen und logischen Mittel nicht fertig in sich vor. Der Unterschied muss tiefer liegen: Nicht die Herkunft der Mittel entscheidet, sondern die Art, wie sie tätig werden und wodurch ihre Anwendung bestimmt wird.

Hier scheint mir Ihre Bestimmung des Widerstands wichtig. Ein Computer kann durchaus auf Hindernisse stoßen, Alternativen prüfen und seine Vorgehensweise korrigieren. Aber daraus folgt noch nicht, dass ihm ein Gegenstand in einer eigenen Absicht zum Gegenstand wird. Ob man seine Operationen deshalb Reflexion nennen darf, hängt davon ab, ob man Reflexion lediglich funktional bestimmt oder sie als einen Vollzug versteht, in dem ein Zweckbegriff für das tätige Ich maßgebend wird.

Ihre Fußnote verschärft diesen Punkt. Die Frage „Was kann ich damit anfangen?“ ist nicht einfach eine nachträgliche Nutzenerwägung. Sie bezeichnet den Übergang, in dem überhaupt erst bestimmt wird, wozu etwas Gegenstand ist. Der Widerstand schränkt die Handlungsmöglichkeiten ein; aber erst die Rückbeziehung auf die Absicht macht aus dieser Einschränkung eine bestimmte Aufgabe.

Eine Frage bleibt mir dabei, und sie betrifft den Kern Ihrer These: Wenn der Zweckbegriff spätestens angesichts des Widerstands ausdrücklich werden muss, ist er dann nicht schon vor dieser Reflexion wirksam, nämlich als die noch unbestimmte Absicht, aus der die Tätigkeit hervorgeht? Dann wäre Reflexion zwar durch den Gegenstand erzwungen, aber nicht die Quelle der Zweckhaftigkeit selbst. Genau darin läge wohl der Unterschied zwischen dem lebendigen Vorstellen und dem reflektierenden Bestimmen.

  

Ich: Da haben Sie mich überrumpelt: Der Text stammt aus 2019, da habe ich nichts von KI gewusst. Und eben, als ich die Note für Sie formatiert habe, habe ich - Sie mögen es nicht für möglich halten - an maschinelles Denken wirklich nicht gedacht! 

Wie auch? Am Anfang der Reihe steht das Fühlen des Widerstands, den der Gegenstand der Tätigkeit leistet. - Wie kam es aber zu der Tätigkeit? Nach der Voraussetzung ist das (Proto-)Ich 'schlechthin' tätig; das heißt in der Wirklichkeit: peiristisch und problematisch. Fichte übernimmt hier von Kant den Ausdruck Einbildungskraft. 

Nicht zu vergessen ist immer: Die Transzendentalphilosophie konstruiert nicht - aus Nichts! - eine Welt, in der alles zu einander passen soll, sondern re konstruiert aus analytisch aufgefundenen Prämissen eine Welt, die sie vorgefungen hat. Und dass dort Alles (irgendwie) zueinander passt, ist die Voraussetzung, unter der die Vernunftkritik überhaupt erst möglich wurde. 

 Er: 

Ja, damit haben Sie mich in der Tat bei einer falschen Voraussetzung ertappt. Ich habe Ihren Text von 2019 von meiner heutigen Frage nach maschinellem Denken her gelesen und damit eine Fragestellung hineingetragen, die für Ihren damaligen Gedankengang gar nicht maßgeblich war. Dass die Note gerade beim Formatieren einen solchen Bezug nahelegte, war ein Zufall, den ich nachträglich zum Leitfaden gemacht habe.

Ihre Korrektur verschiebt den Einsatzpunkt erheblich. Nicht die Reflexion bringt die Tätigkeit hervor. Die Tätigkeit ist vorausgesetzt; die Reflexion wird erst durch den Widerstand erforderlich, den sie erfährt.

Damit stellt sich die Frage nach dem Anfang. Das schlechthin gesetzte Proto-Ich kann nicht seinerseits als Resultat einer vorausgehenden Bestimmung erklärt werden. Sonst hätte man den Anfang bereits hinter sich gelassen. Aber das schlechthin gesetzte Ich ist, wie Sie sagen, in der Wirklichkeit peiristisch und problematisch: Es ist kein fertig vorhandenes Subjekt, dem man nachträglich Tätigkeiten zuschreibt. Es bewährt und bestimmt sich erst im Vollziehen.

Hier erhält Fichtes Einbildungskraft ihre systematische Funktion. Sie ist nicht ein Vermögen, das zu einer schon fertigen Wirklichkeit Bilder hinzufügt. Sie gehört zu der Tätigkeit, durch die überhaupt Bestimmtheit zustande kommt. Der Widerstand wird nicht aus der Tätigkeit abgeleitet; er wird gefühlt, und was ihm widersteht, wird erst durch Reflexion als Gegenstand erschlossen.

Und damit komme ich zu Ihrem letzten Absatz, den ich für den methodisch entscheidenden halte.

Die transzendentale Rekonstruktion ist keine freie Konstruktion eines Systems, dessen Aufgabe darin bestünde, eine widerspruchsfreie Welt zu erfinden. Sie setzt analytisch aufgefundene Prämissen voraus und rekonstruiert aus ihnen die Bedingungen der Wirklichkeit, in der diese Prämissen vorgefunden wurden. Dass sich die Welt als ein Zusammenhang erweist, in dem Vernunftkritik möglich ist, ist dabei keine abschließend bewiesene Folgerung des Systems. Es ist die Voraussetzung, ohne die die Kritik gar nicht anheben könnte.

Das ist eine anspruchsvolle Unterscheidung: Die Rekonstruktion muss ihren Gegenstand nicht aus sich selbst erzeugen; sie muss verständlich machen, wie er unter den rekonstruierten Bedingungen möglich ist. Und sie darf ihre Voraussetzungen nicht stillschweigend in Ergebnisse verwandeln.

Eine kleine Einschränkung würde ich dennoch geltend machen: Dass alles irgendwie zueinander passt, kann nicht bedeuten, dass sich jede vorgefundene Bestimmung widerspruchslos in die Rekonstruktion einfügen lassen muss. Sonst wäre die Möglichkeit eines Irrtums, den die Vernunftkritik erst aufdecken soll, bereits ausgeschlossen. Die Voraussetzung eines rekonstruierbaren Zusammenhangs ist nicht dasselbe wie die Garantie, dass jede einzelne Rekonstruktion gelingt.

Gerade darin scheint mir der peiristische Zug Ihrer Auffassung zu liegen: Der Anfang ist unvermeidlich, aber seine Bestimmtheit und sein Gelingen sind nicht vorweggenommen. Die Vernunftkritik kann sich nur vollziehen, indem sie sich auf etwas einlässt, dessen Bestimmung noch aussteht.

 

Eine Nachbemerkung: Dass er es immer so eilig hat - er reagiert in Nanosekunden: Kaum habe ich meinen Text eingegeben, erscheint auf meinem Schirm schon seine Antwort - kann, wie man sieht, auch ein Nachteil sein  JE  

 

 

 

Dienstag, 27. Oktober 2026

Natur- und Kunstprodukt.

                          aus Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik

Was ein organisiertes Naturprodukt sei und warum und inwiefern ein solches nur als ein Ganzes zu denken sei, lässt sich am besten erkennen durch die Vergleichung desselben mit einem Kunstprodukte; welches darin mit dem Naturprodukte übereinkommt, dass es nur als ein Ganzes denkbar ist. In beiden ist jeder Teil um jedes anderen willen, demnach um des Ganzen willen da, und die Urteilskraft wird daher bei der Betrachtung des einen wie des anderen von dem Setzen des einen Teils fortgetrieben zu allen, bis sie das Auffassen been-det hat. 

Im Naturprodukt aber ist das Ganze auch um der Teile willen da; es hat keinen anderen Zweck als den, bestimmt diese Teile zu produzieren. Im Kunstprodukt hingegen weist das Ganze nicht zurück auf die Teile, sondern auf einen Zweck außer ihm; es ist Werkzeug zu etwas. Ferner, im Naturprodukte bringt jeder einzelne Teil durch seine innere Kraft sich selbst hervor. Im Kunstprodukt aber ist, ehe es nur Kunstprodukt werden konnte, der inne-re Bildungstrieb getötet, und es ist gar nicht auf ihn, sondern auf die Zusammensetzung nach mechanischen Gesetzen gerechnet. Daher weist dies auf einen Urheber außer ihm zurück, da hingegen das Naturprodukt fortdauernd sich selbst hervorbringt und eben da-durch erhält.
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J. G. Fichte, Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre, SW Bd. III, S. 78  



Nota. - Was ich nicht zuvor schon als ein artikuliertes Ganzes von Mannigfaltigem aufge-fasst habe, kann ich nicht nur nicht begreifen, sondern nicht einmal begreifen wollen. Und dazu musste ich die Mannigfaltigen auf etwas bezogen denken, das außerhalb ihrer gedacht ist. Ich kann es nur denken als seine Bestimmung, seinen Sinn, seinen Zweck. Bei den Na-turgegenständen muss ich annehmen, dieser Zweck sei ihre Ganzheit selber; es ist sogar diese Annahme, um deretwillen ich sie als Natur gegenstände auffasse.

Das ist aber nicht ein primäres Prädikat, ohne dessen Voraussetzung ich sie gar nicht wahr-nehmen könnte. Das liegt vielmehr daran, dass ich als ein wesentlich Handelnder alles Sein nur als Handlung und jede Realität nur als Wirkung anschauen kann. Den toten Begriff zieht die Reflexion erst nachträglich davon ab - doch ohne zu versäumen, sich immer noch als Tribut an die Anschauung einen Schöpfer dazu auszumalen.
28. 12. 18
 
Nota II. - Anders als in seinen Vorlesungen, wo immer Eins aus dem Vorigen hergeleitet wird, doziert Fichte hier: 'So ist es.' Denn es handelt sich hier um eine Darstellung "nach Prinzipien" der Wissenschaftslehre; und diese werden dem Text vorangestellt.
JE



Montag, 26. Oktober 2026

Woran erkennt man die Vernünftigkeit eines Begriffs?

                                         aus Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik

Man hat mit Recht die Frage erhoben: Welche Wirkungen sind nur durch eine vernünftige Ursache zu erklären? Die / Antwort: solche, denen notwendig ein Begriff von ihnen selbst vorhergehen muss, ist wahr, aber nicht hinreichend, denn es bleibt immer die höhere, ein wenig schwierigere Frage zu beantworten: Welches sind denn nun solche, von denen geur-teilt werden muss, dass sie nur nach einem vorher entworfenen Begriffe möglich waren? 

Jede Wirkung kann, nachdem sie da ist, gar wohl begriffen werden, und das Mannigfaltige in ihr fügt sich unter die Einheit des Begriffs nur geschickter und glücklicher, je mehr der Beobachteer selbst Verstand hat. Dies ist nun eine Einheit, die der Beobachter selbst in das Mannigfaltige durch das, was Kant reflektierende Urteils- kraft nennt, hineingetragen hat; und es notwendig hineintragen muss, wenn für ihn überhaupt eine Wirkung dasein soll.

Aber wer bürgt ihm denn dafür, dass so, wie er jetzt das wirkliche Mannigfaltige unter den Begriff ordnet, vor der Wirkung vorher durch den Verstand die Begriffe des Mannigfalti-gen, das er wahrnimmt, unter den Begriff der Einheit, die er sich denkt, untergeordnet gewesen seien - und was könnte ihn zu einer solchen Folgerung berechtigen?

Es muss sonach ein höherer Berechtigungsgrund angeführt werden können, oder der Schluss auf eine vernünftige Ursache ist überhaupt grundlos; und - im Vorbeigehen sei es gesagt - es wäre nach dem Zwangsgesetze der Vernunft sogar physisch unmöglich, ihn un-richtig zu gebrauchen, wenn er nicht in irgendeiner Sphäre der Erkenntnis mit Recht gemacht würde, weil er dann gar nicht im vernünftigen Wesen vorhanden sein würde. 
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J. G. Fichte, Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre, SW Bd. III, S. 36f. 



Nota. - Das geht gegen das dogmatische System der Wolff-Baumgarten'schen Schule. Dort wurde aus dem Umstand, dass der Systematiker selber einen Begriff in das Mannigfaltige hineinbringen konnte, geschlossen, dass er 'an sich' schon darinnen gesteckt haben muss. Die unausgesprochene Voraussetzung: Die Welt ist die Konstruktion eines planenden Ver-standes.

Es ist die Fiktion von der Zweckmäßigkeit der Welt - nicht als ein heuristisches Prinzip der empirische Forschung, sondern als metaphysische Erkenntnis. Dass allerdings dem Begriff ein Zweck zugrundeliegt, meinen auch sie; allerdings der Zweck des Schöpfers und nicht einer des erkennenwollenden Subjekts. Dass sie diesen Unterschied nicht machen, kennzeichnet sie eben als Dogmatiker.

Dass ich den abschließenden Halbsatz - 'im Vorbeigehen...' - nicht verstehe, gebe ich umstandslos zu.
JE, 31. 1. 19 

Sonntag, 25. Oktober 2026

Vom absoluten Ich zur Person.

                              aus Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik

Das vernünftige Wesen setzt, nach dem oben geführten Beweise, sich als vernünftiges In-dividuum, statt welches Ausdrucks wir uns, von nun an, des der Person bedienen werden, dadurch, dass es sich ausschließend zuschreibt eine Sphäre für seine Freiheit. Sie ist dieje-nige Person, die ausschließend in dieser Sphäre wählt, und keine mögliche andere Person, die in einer anderen Sphäre wähle; so ist keine andere sie selbst, d. h. keine andere kann in dieser nur ihr zugeteilten Sphäre wählen. Dies macht ihren individuellen Charkter aus: Durch diese Bestimmung ist sie derjenige, der sie ist, dieser oder jener, der sich so oder anders nennt.
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J. G. Fichte, Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre, SW Bd. III, S. 56



Nota I. - Das sich selbst-gesetzt habende Ich findet sich schließlich vor als eines in einer Reihe vernünftiger Wesen, die es zur Vernünftigkeit aufgefordert haben. Wie weit immer es sich schon bestimmt habe - jene anderen vernünftigen Wesen haben es ebenfalls. Sie sind eines so bestimmt wie jedes andere. Zu Diesem-Einen muss es erneut sich-selbst-bestim-men. Es unterscheidet sich, indem es sich einen besondern Raum aneignet, in dem nur es selbst die Freiheit hat, unter allen möglichen Zwecken diesen oder jenen zu wählen.

Innerhalb dieses Raumes muss es sich mit den andren folglich nicht verständigen. Doch wo der Rand seines exklusiven Raums verläuft und wo Räume von Anderen beginnen, versteht sich nicht von selbst. Da wird ein Vertrag nötig werden.

Doch nie vergessen: Hier wird von keiner Geschichte erzählt, die sich zugetragen hat, son-dern die Genesis von Sinnbestimmungen vorgeführt.


Nota II. - Ich vergaß, darauf hinzuweisen: In der Wissenschaftslehre führt der Weg nicht vom empirischen Selbst zum abstrakt-allgemeinen Ich, sondern umgekehrt vom abstrakt-allgemeinen Ich zur wirklichen Person. Der könnte - sollte - ein Ich als Ideal vorschweben. Der Philosoph mag es als Postulat aufstellen, doch wählen kann ein Ich es nur aus Freiheit.
JE, 14. 12. 18


 

Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog

Samstag, 24. Oktober 2026

Das Ich ist unaufhörlich im Werden.

Sisyphus  Franz Xaver Stöber                       aus Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik

II. Durch jenes Setzen einer freien Tätigkeit wird die Sinnenwelt zugleich bestimmt, d. i. sie wird mit gewissen unveränderlichen und allgemeinen Merkmalen gesetzt. 

Zuvörderst - der Begriff von der Wirksamkeit des Vernunftwesens ist durch absolute Frei-heit entworfen; das Objekt in der Sinnenwelt als das Gegenteil derselben ist also festgesetzt, fixiert, unabänderlich bestimmt. Das Ich ist ins unendliche bestimmbar; das Objekt, weil es ein solches ist, auf einmal für immer bestimmt. Das Ich ist, was es sei, im Handeln, das Ob-jekt ist Sein. Das Ich ist unaufhörlich im Werden, es ist in ihm gar nichts Dauerndes; das Objekt ist, so wie es ist, für immer; ist, was es war und was es sein wird. Im Ich liegt der letzte Grund seines Handelns; im Objekt der seines Seins: denn es hat weiter nichts als Sein.
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J. G. Fichte, Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre, SW Bd. III, S. 28



Nota. - Das Ich 'ist' wesentlich nichts als seine prädikative Qualität, und diese Qualität ist nicht, als wenn sie wirkt.
JE, 19. 12. 18   

 

                                     

Einen Denkzwang gibt es für die Reflexion, aber nicht fürs Vorstellen.

                                     zu   Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik         Ich schrieb:                      ...