Unlängst schrieb ich, die Unterscheidung von meiner Welt und unserer Welt gehöre zur Transzendentalphilosophie als ihre Grenze.
Das war ebenso zaghaft wie voreilig. Meine Welt gehört selber und ganz und gar in die Transzendentalphilosophie.
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Das von der Einbildungskraft Hervorgebrachte, von der
Vorstellung Angeschaute, im Be-griff Gemeinte ist Bild.
Als Bild ist es nicht von unserer Welt. An ihm werde ich nicht wir-Vernunftwesen, sondern Ich. Das ist meine Welt. Vernunft und unsere
Welt beginnen da, wo das Gemeinte verge-meinschaftet, nämlich mitgeteilt werden
kann. Das kann erst im Begriff geschehen. Im Be-griff im weitesten Sinn, von
System und systematischer Verortung ist noch nicht die Rede, aber von Symbolisierung immerhin.
Das Symbol ist selber 'auch ein Bild', aber das Bild von einem Bild; ein vorgegebenes Sche-ma, das der Meinende nach
einvernehmlichem Verfahren zu füllen hat – mit dem nun mut-maßlich miteinander-geteilten Bild. Wenn ich sage rot,
darf ich annehmen, dass mein Zuhö-rer dieselbe Vorstellung in sich hervorbringt,
die ich hervorgebracht habe, als ich rot
dachte. Annehmen darf ich es, weil
die Erfahrung lehrt, dass wir uns auch sonst verständigen kön-nen; warum also nicht
dieses Mal? Aber ob oder ob nicht, kann ich nicht wissen, und den andern zum richtig-Vorstellen
zwingen kann ich schon gar nicht; denn ich kann es ja nicht überprüfen.
Einbilden, anschauen und vorstellen liegen in meiner Welt.
Unsere Welt beginnt erst bei den Begriffen. Dass sie in der Sprache der Begriffe
zu mir reden, macht die 'Aufforderung' der 'vernünftigen Wesen' aus, die mich
allein erst zur Vernünftigkeit veranlasst. Denn wozu könnte ich sie ohne jene
gebrauchen?
28. 5. 15
Es ist eine immanente Darstellung.
Die Transzendentalphilosophie beginnt nicht mit der Bestimmung: "Vernunft ist: (dieses oder jenes)." Das wäre eine transzendente oder dogmatische Setzung. Angenommen, man wolle so etwas: Dann müsste man Vernunft bestimmen durch Entgegensetzung; zum Bei-spiel von Irrsinn (aller Art). Es wäre eine Entgegensetzung an einem Unbestimmten - das aber (transzendent, dogmatisch) zuvor gesetzt werden musste. Dies zu-Bestimmende wäre meine Welt.
Setzen und bestimmen meiner Welt wären allerdings Sache eines außenstehenden Zuschau-ers aus unserer Welt. Selbstbestimmen oder gar Selbersetzen wären gar nicht möglich.
'Das, was' das kritische Verfahren der Transzendentalphilosophie schließlich am Grunde der Genesis der Vernunft als Noumenon auffindet, ist 'dasselbe', was der Anthropologe phäno-menal als meine Welt bezeichnen wird. Was ich bei dem einen seine Unbestimmtheit nenne, kommt mir bei der andern als ihr Schweben vor.
Nota - Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und ihre Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog. JE
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