aus Marxiana
Es zeigt sich hier das schon früher entwickelte Gesetz, daß mit der
relativen Abnahme des variablen Kapitals, also der Entwicklung
der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit eine wachsend größre
Masse Gesammtkapital nöthig ist, um dieselbe Menge Arbeitskraft in
Bewegung zu setzen und dieselbe Masse Mehrarbeit einzusaugen.
Im selben Verhältniß
daher, wie sich die kapitalistische Produktion entwickelt,
entwickelt sich die Möglichkeit einer relativ überzähligen
Arbeiterbevölkerung, nicht weil die Produk-tivkraft der
gesellschaftlichen Arbeit abnimmt, sondern weil sie zunimmt, also
nicht aus einem absoluten Mißverhältniß zwischen Arbeit und
Existenzmitteln oder Mitteln zur Produktion dieser Existenzmittel,
sondern aus
einem Mißverhältniß, entspringend aus der kapitalistischen Exploitation
der Arbeit, dem Mißverhältniß zwischen dem steigenden Wachsthum des
Kapitals und seinem
relativ abnehmenden Bedürfniß nach wachsender Bevölkerung.
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K. Marx, Das Kapital III, MEGA II/15, S . 220f. [MEW 25, S. 232]
Nota. - 'Überbevölkerung'
entsteht, wenn die neu hinzugefügte lebendige Arbeit gegenüber der in
der Maschinerie akkumulierten toten Arbeit eine nur noch verschwindende
Größe darstellt - logisch gesprochen. Materiell ist das der Fall, wenn
die hinzugefügte Arbeit, so produktiv sie auch sei, nicht mehr
ausreicht, um eine Wertmasse zu schaffen, die mit dem am Markt bereits
präsenten Kapital konkurrieren, nämlich selbst als neues Kapital fungieren könnte.
Dann könnte nicht mehr akkumuliert werden und die Konkurrenz käme
zum Erliegen; und damit die Wertproduktion selbst: Das wäre der Fall der Profitrate.
Dieses
Gespenst hatte schon Adam Smith beunruhigt, der es gar nicht recht
verstand. Marx hat es erklärt, aber wohlweislich lediglich als eine Tendenz der Kapitalproduktion ausgesprochen. Denn 'es gilt' vorerst nur logisch.
In der historischen Wirklichkeit gibt es im 'Gesamtprozess der
kapitalistischen Produktion' tausend unvorhergesehene Fakten, die ihm
immer wieder entgegenwirken - namentlich die unvermeidliche Entwertung
des akkumulierten fixen Kapitals durch Krisen, Kriege und... den technischen Fortschritt, der letzthin jedes historische Maß überschritten hat.
Logisch
stammt das Gespenst der Überbevölkerung aus einem Entwicklungsstadium
der kapitalistischen Pruktionsweise, in der sie faktisch noch gar nicht
möglich war.
Nota II. - Doch wenn es dieses Gesetz wirklich gäbe, müsste der reale Arbeitslohn unaufhörlich sinken, und aus dem Gesetz der relativen Überbevölkerung würde ein Gesetz der absoluten Verelendung des Proletariats. Wenn es also nach den Begriffen ginge...
JE
Nota - Das
obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie
der Eigentümer sind und ihre Verwendung an dieser Stelle nicht
wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog. JE
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