Samstag, 23. Mai 2026

Kredit und fiktives Kapital; I.

 naturfotografen                                                                   aus Marxiana

Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktions-sphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet –, bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine inner/halb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum und dadurch über fremde Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.

Es gilt dies besonders im Großhandel, durch dessen Hände der größte Teil des gesellschaft-lichen Produkts passiert. Alle Maßstäbe, alle mehr oder minder innerhalb der kapitalisti-schen Produktionsweise noch berechtigten Explikationsgründe verschwinden hier. Was der spekulierende Großhändler riskiert, ist gesellschaftliches, nicht sein Eigentum.
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K. Marx, Das Kapital III, MEW Bd. 25, S. 455



Nota. – Hier wird handgreiflich, dass der sogenannte Wert keine Sache, sondern ein Ver-hältnis ist; und das Ausschlaggebende an dem Verhältnis ist, dass es als ein solches gilt. Denn fraglich ist am fiktiven Kapital und seinen spekulativen Geschäften nicht die Realität des verschobenen Stoffs – Gebrauchswert –, sondern lediglich das Eigentum daran, und das ist allerdings ein Verhältnis 'nur' in dem Maß, wie es gilt.
JE,
26. 11. 15



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