Dienstag, 12. Mai 2026

Konkurrenz ist die innere Tendenz des Kapitals.

 runnersworld                                                 aus Marxiana 

In der Concurrenz erscheint diese innre Tendenz des Capitals als ein Zwang der ihm von fremdem Capital angethan wird und der es vorantreibt über die richtige Proportion mit beständigem Marche, marche! Die freie Concurrenz, wie Herr Wakefield in seinem Com-mentar zu Smith richtig herauswittert, ist noch nie entwickelt worden von den Oekono-men, so viel von ihr geschwazt wird und so sehr sie die Grundlage der ganzen bürgerlichen, auf dem Capital beruhenden Produc-tion.

Sie ist nur negativ verstanden worden: d. h. als Negation von Monopolen, Corporation, gesezlichen Regulationen etc. Als Negation der feudalen Production. Sie muß aber doch auch etwas für sich sein, da blos 0 leere Negation ist, Abstrahiren von einer Schranke, die z. B. in der Form von Monopol, natürlichen Monopolen etc sofort wieder aufersteht.

Begrifflich ist die Concurrenz nichts als die innre Natur des Capitals, seine wesentliche Be-stimmung, erscheinend und realisirt als Wechselwirkung der vielen Capitalien auf einander, die innre Tendenz als äusserliche Nothwendigkeit.) (Capital existirt und kann nur existiren als viele Capitalien und seine Selbstbestimmung erscheint daher als Wechselwirkung dersel-ben auf einander.)
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K. Marx, Grundrisse, MEGA II/1.2  S. 325f. [MEW 42, S. 327]
 


Nota I. - Staats kapitalismus kann allenfalls heißen, dass sich der Staat auf dem Markt selber als Kapitalist unter Kapitalisten betätigt - und sich dabei womöglich aller gesetzlichen Zwangsmittel bedient, um sich die Konkurrenten weit vom Halse zu halten. Wenn aber der Staat als einziger Unternehmer auftritt, gibt es weder einen Markt noch Konkurrenz. Unter diesen Voraussetzungen ist Kapital nicht möglich.
3. 11. 15

Nota II. - Einziger Kapitalist könnte ein Staat ja nur in seinem Land sein. Aber auf dem Weltmarkt kann er dann nicht Kapitalist sein - nämlich sich nach dem Wertgesetz, der international sich ausgleichenden Profitrate richten. Denn täte er es, könnte er einen Teil seines Angebots nur unter seinem Wert verkaufen, und den größeren Teil gar nicht. So hat die DDR nur ihre Unterhaltungs- und Haushaltselektronik über den Versandhändler Quelle nach Westen verkauft, der nicht der DIN entsprach und auf dem freien Markt chancenlos war. So musste sie Preise akzeptieren, die unter den (spekulativen) Herstellungskosten lagen. Musste - denn frei konvertierbare Währung brauchte sie lebensnotwendig, um an westliche Qualitätserzeugnisse zu kommen. Radeberger und Wernersgrüner wurden bei Aldi ver-ramscht - weil bei mindestens jeder vierten Flasche der Kronenkorken schadhaft war. Hätte sie sich nicht darauf eingelassen, wäre sie... wirtschaftlich zusammengebrochen.

- Merken Sie was? Der Stalinismus begann, als in Sowjetrussland das Projekt der Weltre-volution - erst schleichend de facto, aber dann urplötzlich auch offiziell - durch den "Sozia-lismus in einem Land " ersetzt wurde. Aber dann haben sie nicht einmal den Staatkapita-lismus in einem Land vorm Untergang bewahren können. Schließlich musste alles, was ir-gend brauchbar war, auf dem Schwarzmarkt gegen phantastische DM-Beträge getauscht werden. 

Ob Franz Josef Strauß' vier-Milliarden-Kredit den Untergang nur verzögert oder sogar noch beschleunigt hat, wird wohl nie mehr zu klären sein.
JE  

 

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