zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete VernunftkritikDiese Mannigfaltigkeit der Gefühle ist nicht zu deduzieren oder aus einem Höheren abzu-leiten, denn wir stehen hier an der Grenze.
Dieses Mannigfaltige ist mit dem Postulate der Freiheit postuliert.
Hinterher wohl wird dieses Mannigfaltige im Triebe sich zeigen als
Na-turtrieb und wird aus der Natur erklärt werden; aber die Natur wird
selber erst zufolge des Gefühls gesetzt.
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J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, S. 69
Nota. - Freiheit - des Willens o. a. - kann nicht erfahren, nämlich gefühlt werden. Gefühlt wird die Schranke, auf die sie stößt, nämlich als Widerstand der Gegenstände. Das ist na-turgegeben. Doch wie auf den Gegenstand erst aus dem Widerstand, so wird auf die Natur erst aus dem Gegenstand geschlossen. Sie ist ein Reflexionsprodukt wie jener - nämlich Be-griff.
Oder anders: Die zugrunde gelegte Materie wird ideell gesetzt - d.h. a posteriori, und postu-liert wie die Freiheit.
JE
Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE
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