Samstag, 16. Mai 2026

Das Vermögen und seine Aktualisierung.

                                                        zu Marxiana 

Wir stehn hier auf der Grundlage der Warenzirkulation, wonach durchaus keine Abhän-gigkeitsverhältnisse, außer den durch den Zirkulationsprozeß selbst gegebenen, voraus-gesetzt sind unter den Austauschenden, sie sich nur als Käufer und Verkäufer unterschei-den. Geld kann hiernach nur Arbeitsvermögen kaufen, soweit letztres als Ware selbst feilgeboten wird, verkauft wird von seinem Inhaber, dem lebendigen Besitzer des Arbeits-vermögens. Die Bedingung ist, daß der Besitzer des Arbeitsvermögens erstens über sein eignes Arbeitsvermögen disponiert, als Ware darüber verfügen kann. Dazu muß er ferner Eigentümer desselben sein. Sonst könnte er es nicht als Ware verkaufen.

Die zweite, in der ersten schon enthaltne Bedingung aber ist, daß er sein Arbeitsvermögen selbst als Ware auf den Markt bringen, verkaufen muß, weil er seine Arbeit nicht mehr in der Form einer andren Ware, in einem sonstigen Gebrauchswert, vergegenständlichter (außer seiner Subjektivität existierender) Arbeit auszutauschen hat, sondern die einzige Ware, die er anzubieten hat, zu verkaufen hat, eben sein lebendiges, in seiner lebendigen Leiblichkeit vorhandnes Arbeitsvermögen ist. (Vermögen ist hier durchaus nicht als for-tuna, fortune, sondern als Potenz, dynamis, aufzufassen.) Damit er gezwungen ist sein Arbeitsvermögen statt einer Ware, worin sich seine Arbeit vergegen/ständlicht, zu ver-kaufen - diese von allen andren Waren, ob sie in der Form der Ware oder des Gelds exi-stieren - spezifisch verschiedne Ware, dazu ist vorausgesetzt, daß die gegenständlichen Bedingungen zur Verwirklichung seines Arbeitsvermögens, die Bedingungen zur Verge-genständlichung seiner Arbeit fehlen, abhanden gekommen sind, und vielmehr als Welt des Reichtums, des gegenständlichen Reichtums, einem fremden Willen untertan, ihm als Eigentum Warenbesitzer in der Zirkulation fremd gegenüberstehn, als fremdes Eigentum. Welches die Bedingungen zur Verwirklichung seines Arbeitsvermögens, oder welches die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit, der Arbeit in processu, als sich in einem Ge-brauchswert verwirklichender Tätigkeit sind, wird sich später näher ergeben.
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K.  Marx, Ökonomisches Manuskript 1861-63, MEW 43, S. 33f. 



Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE

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