Donnerstag, 30. Juli 2026

Setzen - real oder ideal?

                        zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik 

Viel ist gewitzelt worden über das setzen bei Fichte. Es ist die Verdeutschung des scholastisch-lateinischen ponere, welches seinerseits das griechische poîein wiedergibt. Es bedeutet bei Fichte nichts anderes als Etwas in der Vorstellung hervorbringen. Dort 'kommt es' erst einmal 'vor' - nämlich dass es da ist. Das ist die 'reale' Tätigkeit.

Was es sei, ist Sache des Bestimmens, und das ist eine Vorstellung zweiten Grades: ein Produkt der Reflexion; das ist eine 'ideale' Tätigkeit. 


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Wenn das Ich 'sich setzt, indem es sich ein/em Nichtich entgegensetzt', heißt das nichts anderes als: Ein Ich kann 'sich-selbst' nicht vorstellen, wenn es sich nicht zugleich ein Nichtich vorstellt, das ihm widersteht. Vorausgesetzt wird: Das Ich stellt sich als tätig vor; anders gäbe es kein Widerstehen.

29. 1. 19 

 

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