Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisiren. Man kapitalisirt jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie
nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu
diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z. B. wenn die jährliche
Einnahme = 100 £ und der Zinsfuß = 5 %,
so wären die 100 £ der jährliche
Zins von 2000 £, und diese 2000 £ gelten nun als der Kapitalwerth des
juristischen Eigenthums-titels auf die 100 £ jährlich. Für den der diesen
Eigenthumstitel kauft, stellen die 100 £ jährliche Einnahme dann in der
That die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller
Zusammenhang mit dem wirklichen Verwerthungsproceß des Kapitals geht so
bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als
einem sich durch sich selbst verwerthenden Automaten befestigt sich.
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K. Marx, Das Kapital III, MEGA II/15, S. 464 [MEW 25, S. 484]
Nota. -
Den bürgerlichen Reichtum gibt es zweimal, einmal als wirkliche Ware,
das andre Mal als Geld. Die Folge ist, dass jegliche Geldsumme erscheint
als ein Teil des wirklichen Reichtums, und das heißt letzten Endes: als
Kapital. Dazu braucht die erwähnte Geldsum-me zu keinem Zeitpunkt in die
Produktion eingegangen zu sein.
JE, 10. 1. 17
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