Schnorr von Carolsfeld Speisung der 5000Es ist in der That das Gesetz des Werths, wie es sich geltend macht, nicht in Bezug auf die einzelnen Waaren oder Artikel, sondern auf die jedesmaligen Gesammtpro-dukte der besondren, durch die Theilung der Arbeit verselbständigten gesellschaftli-chen Produktionssphären; sodaß nicht nur auf jede einzelne Waare nur die noth-wendige Arbeitszeit verwandt ist, sondern daß von der gesellschaftlichen Gesammt-arbeitszeit nur das nöthige proportionelle Quantum in den verschiednen Gruppen verwandt ist.
Denn Bedingung bleibt der Gebrauchswerth. Wenn aber der Gebrauchswerth bei der einzelnen Waare davon abhängt, daß sie an und für sich ein Bedürfniß befrie-digt, so bei der gesellschaftlichen Produktenmasse davon, daß sie dem quantitativ bestimmten gesellschaftlichen Bedürfniß für jede besondre Art von Produkt adä-quat, und die Arbeit daher im Verhältniß dieser gesellschaftlichen Bedürfnisse, die quantitativ umschrieben sind, in die verschiednen Produktionssphären proportio-nell vertheilt ist. (Dieser Punkt heranzuziehn bei der Vertheilung des Kapitals in die verschiednen Produktionssphären.)
Das gesellschaftliche Bedürfniß, d. h. der Gebrauchswerth auf gesellschaftlicher Po-tenz, erscheint hier bestimmend für die Quota der gesellschaftlichen Gesammtar-beitzeit, die den verschiednen besondren Produktionssphären anheimfallen. Es ist aber nur dasselbe Gesetz, das sich schon bei der einzelnen Waare zeigt, nämlich: daß ihr Gebrauchswerth Voraussetzung ihres Tauschwerths und damit ihres Werths ist.
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K. Marx, Das Kapital III, MEGA II/15, S. 623f. [MEW 25, S. 648f.]
Nota. - Marx hat an manch anderer Stelle über den Versuch der Apologeten gespottet, den nach dem Wertgesetz unerklärlichen Kapitalgewinn hinwegzudefinieren, indem sie den Wert, nämlich den Gesamtwert der Produktion, in "gesellschaftlichen Gebrauchswert" umbenannten.
Aber nicht, weil der Gedanke selber logisch falsch gewesen wäre.
Sondern weil im Wert der Gesamtproduktion der Kapitalgewinn alias Mehrwert inbegriffen ist. Sollte er rückwirkend wieder in seine je individuellen Gesbrauchswerte aufgelöst werden, dann... hätte jeder Austauschende seinen Anteil am Gedsamtwehrwert richtig erhalten und hätte eine ungerechtfertigte Aneignung, hätte eine Ausbeutung nie stattgefunden.
Der Haken ist aber der, dass der ungerechtfertigte Ausbeutungsakt schon vor der Produktion und nicht erst hinterher in der Distribution erfolgt - indem dem Arbeiter nämlich nur der Wert seiner Arbeitskraft bezahlt wird, während der Unternehmer das ganze Produkt behält.
Wenn dieser ungleiche Tausch nicht stattfände, dann wäre
es ganz in der natürlichen Ordnung, das Gesamtprodukt mit dem
gesellschaftlichen Bedürfnis, und den Gesamttauschwert mit dem
Gesamtgebrauchswert gleichzusetzen. Aber das ist der springende Punkt,
dass die Scheidung in Besitzende und Nichtbesitzende längst
stattgefunden hat, und dass das begriffelnde Vertuschen der Monopolisierung der
Arbeitsmittel durch eine herrschende Klasse Apologetik ist und nicht Wissenschaft.
JE
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