Montag, 23. März 2026

Unendliches Bedingungsverhältnis.

 
Ex nihilo Fred. Hart                                                                                                   zu Philosophierungen, oder Das Vernunftsystem

 Was als Welt im Bewusstsein vorkommt, ist nicht ein Summe von Seiendem, sondern ein unendliches Bedingungsverhältnis: Da ist Eines immer bedingt durch ein Vorangegangenes, und bedingt ein Anderes, das aus ihm folgt; doch da faktisch keines als Das Erste auftritt, kann man den unbegrenzten Komplex mal von hier und mal von da anschauen. Welches das Bedingte und welches die Bedingung ist, muss in jedem einzelnen Fall immer neu festgestellt werden; denn mal gilt die Bedingungsreihe so rum, mal gilt sie andersrum - es kommt immer darauf an, wo man anfängt.

Gemeint ist nämlich ein wirkliches Anfangen: so, als habe mit dem Bestimmen wirklich ein Erster angefangen, denn nichts anderes als Bestimmtheit heißt Bedingtheit und nichts anderes als Bedingen heißt bestimmen - es ist nicht, sondern muss getan werden. Und wenn nicht, gibt es ohne Bedingung keine Bestimmung und ohne Bestimmtheit keinen Begriff.

Unendlich ist der Komplex nur nach vorn: Das Bestimmen kommt nie zu einem Schluss. Aber denkbar ist es nur, sofern es angefangen wurde. Ex nihilo, muss man einräumen, solange man im Reich der Begriffe bleibt. So mag man die Bedingungsverhältnisse kreuz und quer verfolgen; nur umkehren lassen sie sich nicht. Hinter die vordere Grenze geht es nicht zurück. Hier muss die Einbildungskraft ihr Machwort sprechen.
19. 11. 19 

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