Montag, 9. März 2026

IV. Stellungnahme.

  Vertreibung                            aus Marxiana       

I. ‘Stellungnahme‘: der transzendentale Standpunkt

Der Inhalt des ‘Frühwerks’ ist also die Überwindung der Hegelschen “absoluten Methode”, aber nicht nach deren  F o r m - Seite hin — Logik der ‘Selbstbewegung ‘ des Begriffs‘ — , sondern nach deren   I n h a l t:  Bestimmung des ‘Absoluten’ als  I d e e .


Zunächst (in der Doktor-Diss.) nimmt M. ohne weiteres den Standpunkt der Junghegelianer ein; eine pseudo-fichtisierende Hegel-Auffassung,  die in Wahrheit eine Umdeutung Hegels auf den Standpunkt des jungen  S c h e l l i n g  ist: Nicht  d i e  Su b s t a n z   wird ‘als Sub-jekt gesetzt‘, sondern   d a s    S u b j e k t   wird ‘als Substanz’  gefaßt (was immer auch da-bei zu denken sei).

Im Ms. Kritik des hegelschen Staatsrechts stößt M. dann allerdings schon auf Hegels Me-thode   a l s   s o l c h e : die Ahnung, daß die affirmative, anti-kritische Tendenz von Hegels politischer Philosophie vorgegeben sei in dem affirmativen Prinzip der “Logik” — bzw. daß der affirmativen Methode die restaurative politische Tendenz zugrunde liegt; aber er ver-folgt diesen Faden zunächst nicht weiter.

S o n d e r n :

Unterm Einfluß von  F e u e r b a c h  (und von Moses H e s s)  Hinwendung zum “wahren Sozialismus“; Bestimmung des substanten Subjekts als “Gattungswesen” und Fassung der bürgerlichen Gesellschaft unter die Alles bestimmende Kategorie “Entfremdung”: Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, Einleitung und die Pariser Manuskripte… ‘Dialektik‘ kommt in diesen beiden Texten lediglich als rhetorische Figur vor, es werden keineswegs ‘Begriffe’  ”durch einander bestimmt”, sondern: “ein Wort gibt das andre…” Die hegelsche Triade tritt nur auf als geschichtsmetaphysische Schablone: die “Entfremdung” (Antithesis) des bürgerlichen Menschen von seinem “Gattungswesen” (Thesis) — ‘Entfremdung’ heißt hier:  K o n k u r r e n z  —  m u ß  “umschlagen” in den Kommunismus: Versöhnung,  Heimkehr, Synthesis…  —  die alte Geschichte von Sündenfall und Erlösung.

In der Heiligen Familie schließlich — immernoch auf dem Standpunkt von Feuerbachs “Gattungswesen” — Bruch mit den “Ideologen”(die durch das Verknüpfen bloßer Begriffe zu faktischen Einsichten kommen wollen) und resolute Wendung zu Empirie und Nomi-nalimus (=”Materialismus”).

Schließlich – in der Auseinandersetzung mit  S t i r n e r s  ”Einzigem” – nach dem prak-tischen Anschluß an die revolutionäre Arbeiterbewegung und (darum) erneutem Studium der klassischen Nationalökonomie — wird in den Feuerbachthesen und der Deutschen Ideologie das ‘Gattungswesen’ als bloß säkularisierte Version des lieben Gottes abge-schafft; an die Stelle des  s u b s t a n t e n   Subjekts tritt ein… nun ja, ein transzendentales: ein aus dem Begründeten als dessen Grund logisch erschlossenes, das sich — in einer selber nicht abzuleitenden ‘Tathandlung’ (bei Marx “generatio aequivoca”) ‘als‘ Subjekt ‚gesetzt‘ haben  ‘m u ß’:  der “ersten geschichtlichen Tat”…

Mit der Ersetzung des ‘ideologischen’ Standpunkts durch den transzendentalen wird nun aber die “absolute Methode” auch ihrer Form nach unhaltbar (vgl. Elend der Philoso-phie). Entsprechend verzichtet schließlich das Kommunistische Manifest konsequent auf alle begrifflichen Verallgemeinerung und begnügt sich damit, ‘Tatsachen’ aussprechen zu wollen (z.B. daß “die herrschenden Gedenken stets die Gedanken der herrschenden Klasse” gewesen seien, wird nicht als materialistisches ‘Gesetz’ formuliert, sondern als empirische Feststellung).

— Die nunmehr, nach der Bestimmung des kritischen ‘Standpunkts’,  möglich gewordene umfassende, d.h. systematisch  v o n   e i n e m  P r i n z i p   a u s gehende Kritik der poli-tischen Ökonomie erfordert nicht allein eine erneute Sichtung des gesamten  wissenschaft-lichen Schrifttums, sondern ermöglicht (erstmals!) auch die Sammlung und Ordnung des gegebenen ökonomischen Materials: der “realen Bewegung” der kapitalistischen Produk-tion.

II. ‘Darstellung’ : die kritische Methode

Der Gegenstand der politischen Ökonomie, und also der Kritik der politischen Ökonomie, ist  d a s   K a p i t a l — als “sich selbst vermehrender Wert”. Aufgabe der ‘Kritik’ — wel-che von der ökonomischen Wissenschaft selbst ungelöst übriggelassen war — ist, darzu-stellen,  w i e  es ‘der Wert’     a n s t e l l t,  sich selbst zu vermehren… Die Aufklärung dieses Mysteriums findet sich nach M. in der doppelten Gestalt des ‘Werts’ als Tauschwert und als Gebrauchswert.

Das sieht nun zwar sehr nach “absoluter Methode” aus: Die ‘Kategorie’  ’legt sich ausein-ander‘  in  ihre ‘gegensätzlichen Bestimmungen‘; indes die Analyse geht umgekehrt vor, beginnt bei dem “einfachsten gesellschaftlichen Konkretum”: dem ‘Ding’ als  W a r e .

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