Vertreibung aus Marxiana
Zunächst (in der Doktor-Diss.) nimmt
M. ohne weiteres den Standpunkt der Junghegelianer ein; eine
pseudo-fichtisierende Hegel-Auffassung, die in Wahrheit eine Umdeutung
Hegels
auf den Standpunkt des jungen S c h e l l i n g ist: Nicht d i e Su
b s t a n z wird ‘als Sub-jekt gesetzt‘, sondern d a s S u b j e k
t wird ‘als Substanz’ gefaßt (was immer auch da-bei zu denken sei).
Im Ms. Kritik des hegelschen Staatsrechts stößt
M. dann allerdings schon auf Hegels Me-thode a l s s o l c h e :
die Ahnung, daß die affirmative, anti-kritische Tendenz von Hegels
politischer Philosophie vorgegeben sei in dem affirmativen Prinzip der
“Logik” — bzw. daß der affirmativen Methode die restaurative politische
Tendenz zugrunde liegt; aber er ver-folgt diesen Faden zunächst nicht
weiter.
S o n d e r n :
Unterm
Einfluß von F e u e r b a c h (und von Moses H e s s) Hinwendung zum
“wahren Sozialismus“; Bestimmung des substanten Subjekts als
“Gattungswesen” und Fassung der bürgerlichen Gesellschaft unter die
Alles bestimmende Kategorie “Entfremdung”: Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, Einleitung und die Pariser Manuskripte…
‘Dialektik‘ kommt in diesen beiden Texten lediglich als rhetorische
Figur vor, es werden keineswegs ‘Begriffe’ ”durch einander bestimmt”,
sondern: “ein Wort gibt das andre…” Die hegelsche Triade tritt nur auf
als geschichtsmetaphysische Schablone: die “Entfremdung” (Antithesis)
des bürgerlichen Menschen von seinem “Gattungswesen” (Thesis) —
‘Entfremdung’ heißt hier: K o n k u r r e n z — m u ß “umschlagen”
in den Kommunismus: Versöhnung, Heimkehr, Synthesis… — die alte
Geschichte von Sündenfall und Erlösung.
In der Heiligen Familie schließlich
— immernoch auf dem Standpunkt von Feuerbachs “Gattungswesen” — Bruch
mit den “Ideologen”(die durch das Verknüpfen bloßer Begriffe zu
faktischen Einsichten kommen wollen) und resolute Wendung zu Empirie und
Nomi-nalimus (=”Materialismus”).
Schließlich
– in der Auseinandersetzung mit S t i r n e r s ”Einzigem” – nach dem
prak-tischen Anschluß an die revolutionäre Arbeiterbewegung und (darum)
erneutem Studium der klassischen Nationalökonomie — wird in den Feuerbachthesen und der Deutschen Ideologie das
‘Gattungswesen’ als bloß säkularisierte Version des lieben Gottes
abge-schafft; an die Stelle des s u b s t a n t e n Subjekts tritt
ein… nun ja, ein transzendentales: ein aus dem Begründeten als dessen
Grund logisch erschlossenes, das sich — in einer selber nicht
abzuleitenden ‘Tathandlung’ (bei Marx “generatio aequivoca”) ‘als‘
Subjekt ‚gesetzt‘ haben ‘m u ß’: der “ersten geschichtlichen Tat”…
Mit
der Ersetzung des ‘ideologischen’ Standpunkts durch den
transzendentalen wird nun aber die “absolute Methode” auch ihrer Form
nach unhaltbar (vgl. Elend der Philoso-phie). Entsprechend verzichtet schließlich das Kommunistische Manifest konsequent
auf alle begrifflichen Verallgemeinerung und begnügt sich damit,
‘Tatsachen’ aussprechen zu wollen (z.B. daß “die herrschenden Gedenken
stets die Gedanken der herrschenden Klasse” gewesen seien, wird nicht
als materialistisches ‘Gesetz’ formuliert, sondern als empirische
Feststellung).
—
Die nunmehr, nach der Bestimmung des kritischen ‘Standpunkts’, möglich
gewordene umfassende, d.h. systematisch v o n e i n e m P r i n z i
p a u s gehende Kritik der poli-tischen Ökonomie erfordert nicht
allein eine erneute Sichtung des gesamten wissenschaft-lichen
Schrifttums, sondern ermöglicht (erstmals!) auch die Sammlung und
Ordnung des gegebenen ökonomischen Materials: der “realen Bewegung” der
kapitalistischen Produk-tion.
Das sieht nun zwar sehr nach “absoluter Methode” aus: Die ‘Kategorie’ ’legt sich ausein-ander‘ in ihre ‘gegensätzlichen Bestimmungen‘; indes die Analyse geht umgekehrt vor, beginnt bei dem “einfachsten gesellschaftlichen Konkretum”: dem ‘Ding’ als W a r e .
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