zu Philosophierungen, oder Das Vernunftsystem
Der Begriff fasst mannigfaltige Erscheinungen unter einem oder mehreren Merkmalen zusammen: Es ist diese Gemeinsamkeit der Merkmale, die sie eo ipso von allen anderen Erscheinungen unterscheidet. Zu Grunde liegt aber das Unterscheiden der Merkmale. Es sind die Absichten der Menschen, an denen die Dinge Merkmale bekunden. Indem er an-fangs bestimmt und das heißt unterschieden hat, kann der Begriff erst zusammenfassen.
Seine diskursive Verwendung des geschieht darum typischerweise im Auflösen der Ge-meinsamkeit. Das ist Analyse. Und Analyse geschieht typischerweise als Kritik; als Über-prüfung einer vorgefundenen Bestimmung.
4. 9. 19
Das darf man viel weiter fassen, als es zunächst den Anschein hat. Denn fast kann man sagen, das sei sein ursprünglicher Zweck. Sein sachlicher Gehalt war anfangs jeweils eine Vorstellung, die, weil sie analog (bildhaft) kodiert ist, nicht ohne Verlust einem andern mit-geteilt werden kann - dazu muss er vereindeutigt werden; müssen ihm Grenzen gezogen, nämlich definiert werden. Im Sprachspiel, zu dem sich gewohnheitsmäßige Mitteilung schließlich ausbildet, werden die Begriffe zu einander in ein Verhältnis gesetzt, welches ihrem Gebrauch unausgesprochen zu Grunde gelegt wird.
Das
scheint dem rationalistisch vorgebildetem Westler als das entscheidende
logologische Ereignis. Genetisch war aber der entscheidende Schritt im
Aufstieg zur Rationalität nicht so sehr die Ausbildung eines Systems von Begriffen - bei Fichte intelligible Welt -, sondern die Bestimmungsarbeit an der analogen Vorstellung zu einem digitalen Symbol.
JE
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