Freitag, 20. März 2026

Das Gefühl und sein Gegenstand.

Go bash!                                  aus Wissenschftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik.

Das Gefühl ist Affektion unserer selbst, es wird im Gefühle uns etwas angetan, es muss also etwas in uns sein, dem es angetan wird, und dies ist unser Handeln, aber es ist für uns nichts ohne Beschränktheit und Beschränktheit nicht ohne Handeln, daraus besteht nun das Fühl-bare. Durch das Handeln ist es für uns; dadurch, dass es beschränkt ist, ist es Gegenstand des Gefühls. Alles unser Bewusstsein geht aus von einer Wechselwirkung des Handelns und der Beschränktheit, beides ist beisammen, und dies ist das Objekt des Gefühls.
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J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982,S. 155 

 

Nota. – Die Wissenschaftslehre ist keine empirische Psychologie, sondern ein transzenden-tales Schema, das die Entstehung des Bewusstseins verständlich macht. Darum ist vom Ge-fühl in ihr stets nur die Rede, soweit es für die Entstehung des Bewusstseins eine Rolle spielt. 

Das Tier handelt nicht im hier gemeinten Sinn. Fühlt es nicht? Soweit es für das Entstehen des Bewusstseins von Belang ist: nein, nämlich nicht als Beschränktheit. (Begriffe sind nicht dazu da, etwas nicht Vorhandenes neu zu konstruieren, sondern etwas in der Wirklichkeit Geschehendes – die Entstehung des Bewusstseins – zu beschreiben; also sind sie tautolo-gisch.)
JE,
13. 11. 19

 

 

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