Samstag, 13. Dezember 2025

Das Gefühl ist das erste Objekt unsrer Reflexion; daraus ergibt sich viererlei.

Eberlein, Vom Skorpion gestochen            aus Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik

Wir haben als Grundzustand abgeleitet ein Gefühl, an welches alles übrige geknüpft wird. Das Gefühl ist das erste un/mittelbare Objekt unsrer Reflexion. Das Ich fühlt sich, und zwar ganz. Aber das Ich ist, wie wir wissen, praktisch und ideal, welches beides jetzt erst geteilt wird vermittelst des Gefühls. Das Ich fühlt sich zuvörderst praktisch, dies ist eigent-lich das unmittelbare Gefühl, in welchem Gefühl der Beschränktheit und des Strebens ver-einigt ist. 

Aber das Ich fühlt sich ganz, also auch ideal und insofern anschauend, in welcher Anschau-ung nun abermals Beschränktheit und Streben vereinigt sein muss. Sonach finden sich da abermals vier Stücke: Gefühl der Beschränktheit, Gefühl des Strebens, Anschauung des bestimmten Objekts, Anschauung des Ideals. Diese vier Stück sind notwendig vereinigt, eins kann ohne das andere nicht sein. 

In der Zukunft werden wir sehen, dass noch mehr hinzu kommen muss. 
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J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 86f.  



Nota. - Zuerst ist da ein Gefühl, und weil das Ich strebend ist, ist es zugleich ein Gefühl der Beschränktheit und eins der Freiheit. Erst durch das Gefühl teilt sich das Ich in eine 'reale', praktische Tätigkeit und eine ideale Tätigkeit: Anschauung. Die Anschauung der praktischen Tätigkeit wird zur Anschauung eines je bestimmten Objekts, die Anschauung der idealen Tä-tigkeit (=der Anschauung) wird zur Anschauung der Idee, d. h. eines Suchens.
JE, 24. 9. 16 

 

 

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