Donnerstag, 1. Oktober 2026

"Er denkt die Vernunft in das Phänomen hinein."

katihuber                                                                  zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik

Den Zusammenhang zwischen idealem und reellem Denken weiß nur die Philosophie, dem gemeinen Menschenverstand ist beides eins. So verhält es sich überall, wo sie die Duplizität des Denkens erkennt. So hier: Niemand fragt nach dem Zusammenhange des Willens mit dem Körper. Darüber hat sich bislang auch kein Philosoph gewundert, beides ist ihm ganz eins: Leib und Seele; z. B. ich habe mich geschnitten. So mit dem vernünftigen Wesen außer uns: Es ist da immer eine doppelte Ansicht von ihnen, ohne dass wir es inne werden. 

Ein gewisser Leib und der Begriff eines vernünftigen Wesens sind in mir unzertrennlich ver-einigt. Letzter ist doch nur ein Ideal, etwas Gedachtes; er denkt die Vernunft in das Phäno-men hinein. Beides ist unzertrennlich vereinigt; die erstere denke ich nur, mithin auch nur das letztere. Sie ist auch etwas in mir, und letzteres ist auch das erstere, nur von der anderen Seite. Dies stellt die transzendentale Philosophie deutlich dar.
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J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 234



Nota. -  So einfach ist "in Wahrheit" das sogenannte Leib-Seele-Problem. Der eine ist eine Abstraktion so wie die andere. Der Wissenschaftler hat sie beide hergestellt. Wieso stellt er - der, von dem er jeweils abstrahiert hat - sich mal auf den Standpunkt des einen, dann auf den Standpunkt des andern? Er ist das reelle Individuum und nur auf diesen Standpunkt ge-hört er hin.
JE,   17. 6. 21                                                        

"Er denkt die Vernunft in das Phänomen hinein."

katihuber                                                                  zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik D...