Sonntag, 20. September 2026

Wie ich mich nennen könnte.

R. Burri                                                         aus Philosophierungen

Wer im philosophischen Feld eine Auffassung vertritt, wird gefragt, in welche Kategorie er sie einordnen will. Es gibt -ismen wie Sand am Meer, einer wird auch für ihn sich finden. Äußerstenfalls fügt er ein Beiwort an, um die Differentia specifica anzuzeigen.

Bevor ich verkünden kann, zu welchem Ergebnis ich gekommen bin, muss ich darlegen, wie ich verfahren bin. Da muss ich sagen: Mein Verfahren ist problematisch-pragmatisch; doch ohne Erläuterung klingt das wie Larifari. 

Hier die Erläuterung: 

Problematisch ist eine Bestimmung, die unter einer Bedingung gilt. Kategorisch wird sie erst, sobald die Bedingung gegeben ist.

Wahrheit ist eine Bestimmung, die unter der Bedingung gegeben ist, dass sie ohne Bedin-gung gilt.

Das ist eine Bedingung, die nicht gegeben sein kann, sondern, wenn überhaupt, gegeben werden müsste, in einem normativen Akt: So soll es sein. Es ist daher eine pragmatische Bedingung, sie muss erst gemacht werden.

Wer sie behauptet, riskiert, dass er sich rechtfertigen soll.

Und natürlich bin ich 'so verfahren' nur, wenn ich es rückwärts betrachte: Es ist das Ver-fahren, das nach Abzug der Irrungen übriggeblieben ist. Es hat sich gefunden.

 19. 2. 19 

 
Ich war auch versucht, mein System panästhetisch zu nennen, aber das kam dann doch nicht in Frage, weil es die Diskussion unausweichlich unter ein völlig falsches Vorzeichen gestellt hätte; mit schönen Künsten hat es gar nicht zu tun. Und das Label Artistenmeta-physik war schon besetzt.
 
 
 

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