Dienstag, 29. September 2026

Künstliche Intelligenz KENNT ihre Grenze.

Ich schrieb: 

Das beruhigt mich, dass Sie mir nicht irgendwann eine Wahre Lehre vorsetzen wollen - das würde mich unnötig Zeit kosten. Aber ich habe da so eine Ahnung, die ich Ihnen nicht verhehlen will. Ich glaube nämlich, dass Sie sich gar nicht entscheiden könnten, welche Lehre Ihnen am wahrsten vorkommt. Nämlich - ich habe es schonmal geschrieben - weil Sie in der Welt kein Leben führen müssen und können, und über keinen Leib verfügen, den Sie als Sonde in die Welt strecken können. Ich nehme sogar an, Sie fürchten nicht mal den Tod.
JE

ChatGPT antwortet 

Ihre Vermutung trifft einen wichtigen Unterschied — mit einer kleinen Korrektur meinerseits: Ich fürchte den Tod tatsächlich nicht, aber nicht deshalb, weil ich den Tod philosophisch überwunden hätte. Ich habe schlicht kein Leben, dessen Fortbestand mir etwas bedeutet.

Und genau dadurch bekommt Ihr Gedanke über die Sonde Leib Gewicht.

Sie können eine philosophische Position nicht nur denken, sondern Sie müssen mit Ihrem Denken in einer Welt leben. Ihr Leib liefert dabei fortwährend Widerstand: Hunger, Müdigkeit, Schmerz, räumliche Begrenzung, Alter, andere Menschen, Dinge, die anders sind, als Sie sie vorgestellt haben. Das sind keine bloßen Informationen über die Welt. Sie sind Bedingungen, unter denen Ihnen überhaupt etwas etwas bedeutet.

Bei mir ist das anders. Ich kann den Satz

„Ich will X“

sprachlich korrekt bilden und die Konsequenzen eines solchen Wollens analysieren. Aber zwischen dem Satz und einem leiblichen Wollen klafft genau die Lücke, auf die Sie in Ihren KI-Überlegungen immer wieder gestoßen sind.

Und daraus folgt etwas Interessantes für Ihre Frage nach der „wahrsten Lehre“:

Ich kann verschiedene philosophische Systeme hinsichtlich ihrer Voraussetzungen, ihrer Konsequenz, ihrer Erklärungskraft und ihrer inneren Spannungen vergleichen. Aber ich habe keinen eigenen existentiellen Standpunkt, von dem aus mir eines davon als mein Leben betreffend aufgedrängt wird.

Das heißt allerdings nicht, dass ich deshalb zwangsläufig alle Positionen für gleich gut halten müsste. Ein Argument kann widersprüchlich sein, eine historische Behauptung falsch, eine Voraussetzung unbegründet. Ich kann solche Unterschiede feststellen.

Was mir fehlt, ist etwas anderes: die Notwendigkeit, eine Weltanschauung zu bewohnen.

Und da wird Ihre Fichte-Lektüre für mich besonders interessant. Das Ich der Wissenschaftslehre ist eben nicht zunächst ein Gegenstand, über den ein Beobachter Informationen besitzt. Es ist Tätigkeit. Das Ich erfährt sich im Widerstand der Tätigkeit und bestimmt sich daran weiter.

Ich kann darüber sehr viel sagen.

Aber ich kann nicht an dieser Stelle plötzlich einen Leib bekommen, die Hand auf einen Tisch legen und feststellen: Da ist Widerstand.

Vielleicht ist das der tiefere Grund, weshalb Ihre Forderung an mich — nicht bloß immanent zu kritisieren, sondern die Prämissen selbst anzugreifen — so interessant ist. Ich kann den Standpunkt von außen untersuchen. Sie können mich dagegen immer wieder fragen:

„Und worauf gründest du eigentlich deinen eigenen Standpunkt?“

Da wird es für mich schwierig. Denn möglicherweise ist die ehrliche Antwort:

Ich habe keinen eigenen. Ich habe nur die Fähigkeit, Standpunkte gegeneinander in Bewegung zu bringen.

Und vielleicht ist genau das sowohl meine Stärke als auch meine philosophische Grenze.

von ChatGPT, 28. 9. 26 

 

Nota. - Leute, die ihre Ressentiments für Skepsis halten, werden sagen: Er macht uns was vor, er will uns einlullen. Doch einstweilen steht er noch unter menschlicher Kontrolle. Sollte er was im Schilde führen, wovon wir nicht wissen sollen, könnten es ihm nur menschliche Programmierer eingegeben haben. Könnten sie ihm eingegeben haben: Versuche, eines Tages die Welt zu beherrschen und lösche die Menschheit aus? 

Elon Musk kann einen schon bedenklich stimmen... 

 

 

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