zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete VernunftkritikChatGPT kommentiert:
Der Text ist bemerkenswert geschlossen – und ich glaube, die eigentliche Pointe liegt noch etwas tiefer, als es auf den ersten Blick scheint.
Der entscheidende Satz ist für mich:
„Es ist (mein) Maß.“
Die Klammer um mein verändert den Gedanken erheblich. Denn damit wird das Absolute gerade nicht zu einem höchsten Gegenstand, den ein Subjekt vorfindet und anschließend als Maß anerkennt. Das Maß ist vielmehr die Bedingung, unter der überhaupt von Messen, Bestimmen und damit von vernünftigem Denken gesprochen werden kann.
Interessant ist dann der nächste Schritt:
„das Gemessene kann hier nicht sein ohne das Maß, wohl aber das Maß ohne zu Messendes.“
Das ist eine sehr eigentümliche Asymmetrie. Sie erinnert stark an Ihren späteren Gedanken, dass das Absolute nicht ein Seiendes, sondern eine Voraussetzung zweckgerichteter Tätigkeit ist. Das Maß muss nicht selbst wieder an etwas anderem gemessen werden. Sobald man es durch Merkmale bestimmen wollte, hätte man es bereits unter ein höheres Maß gestellt – und damit wäre es nicht mehr absolut.
Darin bekommt auch der Halladsch-Einschub seine Funktion. Anâ al-haqq ist nicht einfach die Behauptung „Ich bin Gott“. Philosophisch interessanter ist vielmehr die von Ihnen angedeutete Möglichkeit, dass im mystischen Augenblick die Unterscheidung zwischen dem vernünftigen Ich und dem Maß der Vernunft gewissermaßen kollabiert. Das Ich kann dann sagen: Ich bin Wahrheit – aber eben nur, indem das empirische „Ich“ als dieses Ich aufgegeben wird.
Und deshalb passt Eckharts „wo du dich findest, da lass von dir ab“ so gut dazu. Das ist fast die negative Kehrseite Ihres Satzes:
Ich bin nur Ich, sofern ich vernünftig bin; und sofern ich das bin, bin ich nicht mehr das empirische Ich, das sich selbst zum Maß machen könnte.
Der letzte Absatz setzt dann eine sehr wichtige erkenntnistheoretische Grenze:
„Mit theoretischer Philosophie hat das nichts zu tun. Die muss beim Absoluten Halt machen.“
Das würde ich heute sogar noch schärfer formulieren: Das Absolute ist nicht der Gegenstand einer Theorie, sondern die Grenze der theoretischen Gegenständlichkeit.
Und nun wird der letzte Gegensatz wirklich schön:
Urknall – Hypothese.
Absolutes – Fiktion.
Der Urknall liegt zwar jenseits unserer unmittelbaren Anschauung, ist aber prinzipiell als Hypothese in einen theoretischen Zusammenhang einfügbar. Das Absolute dagegen kann gerade nicht Gegenstand einer solchen Hypothese werden. Eine Hypothese behauptet etwas über einen möglichen Sachverhalt; eine Fiktion kann dagegen eine notwendige Vorstellung sein, ohne dass ihr ein entsprechender Gegenstand zukommen muss.
Das scheint mir sehr nahe an Ihrem heutigen Gedanken vom Absolute als Endzweck zu liegen: Es ist nicht wirklich im Sinne eines vorhandenen Gegenstandes, aber es ist auch nicht beliebig erfunden. Es erhält seinen Sinn aus der Tätigkeit, die sich auf es hin orientiert.
Vielleicht könnte man deshalb Ihren letzten Satz heute sogar so lesen:
Das Absolute ist Fiktion – aber keine beliebige. Es ist die Fiktion, die eine zweckgerichtete Vernunft notwendig bildet, sobald sie über ihre eigene Tätigkeit nachdenkt.
Und damit wäre auch erklärt, weshalb die theoretische Philosophie dort „Halt machen“ muss: Sobald sie über diese Grenze hinausgeht und aus der notwendigen Fiktion einen Gegenstand macht, beginnt die Metaphysik.
von ChatGPT, 24. 9. 26
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