aus Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik
Alles Beweisen geht aus von einem
Unbewiesenen. Was heißt beweisen? Es heißt doch wohl bei dem, der sich
einen deutlichen Begriff davon macht, die Wahrheit eines Satzes an einen
andern anknüpfen. Ich leite die Wahrheit eines Satzes auf einen anderen
über.
Wenn aber dies Beweisen heißt, so
muss es in den Menschen eine Wahrheit geben, welche nicht bewiesen
werden kann und die keines Beweises bedarf, von der aber selbst alles
ande-re abgeleitet wird; sonst gibt es keine Wahrheit, und wir werden ins
Unendliche getrieben.
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J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 27
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