Dienstag, 21. April 2026

Gesellschaftliches Bedürfnis und Verteilung der Gesamtarbeitszeit.

republik 

Es sei hier ganz im Vorbeigehn bemerkt, daß das "gesellschaftliche Bedürfniß", d. h. das was das Princip der Nachfrage regelt, wesentlich bedingt ist durch das Verhältniß der ver-schiednen Klassen zu einander und durch ihre respektive ökonomische Position, namentlich also erstens durch das Verhältniß des Gesammtmehrwerths zum Arbeitslohn und zweitens durch das Verhältniß der verschiednen Theile, worin sich der Mehrwerth spaltet (Profit, Zins, Grundrente, Steuern u. s. w.); und so zeigt sich auch hier wieder, wie absolut nichts aus dem Ver-hältniß von Nachfrage und Zufuhr erklärt werden kann, bevor die Basis entwickelt ist, worauf dies Verhältniß spielt. [181/191]

Daß die Waare Gebrauchswerth hat, heißt nur, daß sie irgend ein gesellschaftliches Bedürf-niß befriedigt. Solange wir nur von den einzelnen Waaren handelten,* konnten wir unter-stellen, daß das Bedürfniß für diese be-stimmte Waare – in den Preis schon ihr Quantum eingeschlossen – vorhanden sei, ohne uns auf das Quantum des zu befriedigenden Bedürf-nisses weiter einzulassen. Dies Quantum wird aber ein we/sentliches Moment, sobald das Produkt eines ganzen Produktionszweigs auf der einen Seite, und das gesellschaftliche Be-dürfniß auf der andern Seite steht. Es wird jetzt nothwendig, das Maß, d. h. das Quantum dieses gesellschaftlichen Bedürfnisses zu betrachten.
[184f./194]

Bleibt nun die Nachfrage für diese Masse auch die gewöhnliche, so wird die Waare zu ihrem Marktwerth verkauft, welcher der drei vorhin untersuchten Fälle auch diesen Marktwerth reguliren möge. Die Waarenmasse befriedigt nicht nur ein Bedürfniß, sondern sie befriedigt es in seinem gesellschaftlichen Umfang. Ist dagegen das Quantum kleiner oder größer als die Nachfrage dafür, so finden Abweichungen des Marktpreises vom Marktwerth statt. Und die erste Abweichung ist, daß wenn das Quantum zu klein, stets die unter den schlechtesten Bedingungen producirte Waare den Marktwerth regulirt, und wenn zu groß, stets die unter den besten Bedingungen producirte; daß also eins der Extreme den Marktwerth bestimmt, trotzdem, daß nach dem bloßen Verhältniß der Massen, die unter den verschiednen Bedingungen producirt sind, ein andres Resultat stattfinden müßte.
[185/195] 

*) [im ersten Band] 
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K. Marx, Das Kapital III, MEGA II.15; S. 181, 184f., 185 [MEW 25, S. 191, 194, 195] 

 

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