Es sei hier ganz im Vorbeigehn bemerkt, daß das "gesellschaftliche
Bedürfniß", d. h. das was das Princip der Nachfrage regelt, wesentlich
bedingt ist durch das Verhältniß der ver-schiednen Klassen zu einander
und durch ihre respektive ökonomische Position, namentlich also erstens
durch das Verhältniß des Gesammtmehrwerths zum Arbeitslohn und
zweitens durch das Verhältniß der verschiednen Theile, worin sich der
Mehrwerth spaltet (Profit, Zins, Grundrente, Steuern u. s. w.); und so
zeigt sich auch hier wieder, wie absolut nichts aus dem Ver-hältniß von
Nachfrage und Zufuhr erklärt werden kann, bevor die Basis entwickelt
ist, worauf dies Verhältniß spielt. [181/191]
Daß die Waare Gebrauchswerth hat, heißt nur, daß sie irgend ein
gesellschaftliches Bedürf-niß befriedigt. Solange wir nur von den
einzelnen Waaren handelten,* konnten wir unter-stellen, daß das Bedürfniß
für diese be-stimmte Waare – in den Preis schon ihr Quantum
eingeschlossen – vorhanden sei, ohne uns auf das Quantum des zu
befriedigenden Bedürf-nisses weiter einzulassen. Dies Quantum wird aber
ein we/sentliches Moment, sobald das Produkt eines ganzen Produktionszweigs
auf der einen Seite, und das gesellschaftliche Be-dürfniß auf der andern
Seite steht. Es wird jetzt nothwendig, das Maß, d. h. das Quantum dieses
gesellschaftlichen Bedürfnisses zu betrachten. [184f./194]
Bleibt nun die
Nachfrage für diese Masse auch die gewöhnliche, so wird die Waare zu
ihrem Marktwerth verkauft, welcher der drei vorhin untersuchten Fälle
auch diesen Marktwerth reguliren möge. Die Waarenmasse befriedigt
nicht nur ein Bedürfniß, sondern sie befriedigt es in seinem
gesellschaftlichen Umfang. Ist dagegen das Quantum kleiner oder größer
als die
Nachfrage dafür, so finden Abweichungen des Marktpreises vom Marktwerth
statt. Und die erste Abweichung ist, daß wenn das Quantum zu
klein, stets die unter den schlechtesten Bedingungen producirte Waare
den Marktwerth regulirt, und wenn zu groß, stets die unter den besten
Bedingungen producirte; daß also eins der Extreme den Marktwerth
bestimmt, trotzdem, daß nach dem bloßen Verhältniß der Massen, die unter
den verschiednen Bedingungen producirt sind, ein andres Resultat
stattfinden müßte. [185/195]
*) [im ersten Band]
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K. Marx, Das Kapital III, MEGA II.15; S. 181, 184f., 185 [MEW 25, S. 191, 194, 195]

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