berlinonline aus Marxiana Damit eine Waare zu ihrem Marktwerth verkauft wird, d. h. im Verhältniß zu der in ihr enthaltnen gesellschaftlich nothwendigen Arbeit, muß das Gesammtquantum gesellschaft-licher Arbeit, welches auf die Gesammtmasse dieser Waarenart verwandt wird, dem Quan-tum des gesellschaftlichen Bedürfnisses für sie entsprechen, d. h. des zahlungsfähigen ge-sellschaftlichen Bedürfnisses. Die Konkurrenz, die Schwankungen der Marktpreise, die den Schwankungen des Verhältnisses von Nachfrage und Zufuhr entsprechen, suchen beständig das Gesammtquantum der auf jede Waarenart verwandten Arbeit auf dieses Maß zu redu-ciren. .../...
Producirt ferner einer wohlfeiler und kann er mehr losschlagen, sich größren Raums vom Markt bemächtigen, indem er unter dem laufenden Marktpreis oder Marktwerth verkauft, so thut er es, und so beginnt die Aktion, die nach und nach die andren zwingt, die wohlfei-lere Produktionsart einzuführen, und die die gesellschaftlich nothwendige Arbeit auf ein neues geringres Maß reducirt. Hat eine Seite die Oberhand, so gewinnt jeder, der ihr ange-hört; es ist als hätten sie ein gemeinschaftliches Monopol geltend zu machen.
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K. Marx, Das Kapital III, MEGA II.15; S. 192, 194 [MEW 25, S. 202, 204]
Nota. - Für die klassische Politische Ökonomie war das gesellschaftliche Bedürfnis darge-stellt in der Nachfrage am Markt. Die Geldsumme X, die die reichste Gesellschaftsklasse für ihren Luxuskonsum ausgab, wog ebenso schwer wie dieselbe Summe X, die die ärmste Klasse für das Lebensnotwendige aufbrachte. Und wenn in Irland 1845 Hundertausende die Kartoffeln, die sie hätten ernähren sollen, nicht bezahlen konnten, tauchten sie als gesell-schaftliches Bedürfnis nicht auf.
Einen andern Maßstab, um das gesellschaftlich Bedürfnis zu erwägen, als die Kaufkraft der Einzelhaushalte hat die bürgerliche Gesellschaft nicht. Sie mag den politischen Willen ha-ben, einen solchen anzulegen, aber sie könnte ihn nicht messen, sondern müsste ihn nach Gutdünken festlegen. Doch das wäre nicht Ökonomie und womöglich eine politische, son-dern christliche Nächstenliebe. Die Ökonomie mag messen, was die Produkte wert sind, nicht aber das, was die Bedürftigen wiegen.
Anders kann es nur sein, wenn die Summe, die er Einzelne für seinen Lebensunterhalt zur Verfügung hat, nicht länger abhängig ist von dem Quantum Arbeitskraft, das er auf den Markt bringt. Ob eine andere Lösung möglich ist, ist völlig neu zu erörtern, seit die Digitale Revolution und namentlich die Künstliche Intelligenz das Messen der Werte durch den Tauschwert zusehends ad Absurdum führt.
JE
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