M. Pugliese zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik.
Das Ich kann nicht zum Bewusstsein
kommen, wenn es nicht beschränkt ist.
J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 7
Das Ich ist im ersten, analytischen Gang der Wissenschaftslehre auf gefunden worden als al-lererste Bestimmung auf dem Weg zu dem vor gefundenen Gegenstand der Vernunftkritik.
Da sie auffindbar war, muss sie gesetzt worden sein. Von wem? Von einem Sich-selbst-Set-zenden; denn wäre es dies nicht, sondern von einem andern gesetzt, hätte der seinerseits aufgefunden werden müssen. Das Sichselbstsetzende muss also als eine ursprüngliche prä-dikative Qualität gedacht werden, der Fichte den Namen Wollen gab.
Dem reinen Wollen kann keine weitere Bestimmung zuerkannt werden als tätigsein wollen. Es würde in unendliche Weite zerfließen, wenn es nicht auf etwas stieße, das es begrenzte - definierte - und gleichsam 'auf sich selbst' zurückstieße: auf ein Bestimmbares; ohne dieses kein Bestimmtes.
Und so fort ins Unendliche. Nichts Bestimmtes gäbe es ohne dies, kein Ding und keine Welt.
Und nur, was etwas bestimmt, bestimmt ipso facto sich selbst - zu dessen Anderen.
Bedenke: In unserm Wissen kommen keine Sachen vor, sondern nur Vorstellungen.
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