systembruch aus MarxianaDiese Mißverständnisse Ricar/dos gehn offenbar daraus hervor, daß er selbst nicht klar über den Process war, noch sein konnte als Bourgeois. Einsicht in diesen Process ist = dem statement, daß das Capital nicht nur, wie A. Smith meint Commando über fremde Arbeit ist, in dem Sinne wie jeder Tauschwerth es ist, weil er seinem Besitzer Kaufmacht giebt, sondern daß es die Macht ist sich fremde Arbeit ohne Austausch, ohne Equivalent, aber mit dem Schein des Austauschs, anzueignen.
Ricardo weiß A. Smith und andren gegenüber, die in denselben Irrthum verfallen über Werth as determined by labour, und über Werth as determined by the price of labour (wages) nie anders zu refütiren als so: daß er sagt mit dem Product derselben Quantität Arbeit kann man bald mehr, bald weniger lebendige Arbeit in Bewegung setzen, d. h. er betrachtet das Product der Arbeit in Bezug auf den Arbeiter nur als Gebrauchswerth – den Theil des Products den er braucht um leben zu können als Arbeiter.
Woher es aber kömmt, daß auf einmal der Arbeiter in dem Austausch nur Gebrauchswerth repräsentirt oder nur Gebrauchswerth aus dem Austausch zieht, ist ihm by no means klar, wie schon seine nie allgemein, sondern stets an einzelnen Beispielen demonstrirende Argu-mentation gegen A. Smith beweist.
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K. Marx, Grundrisse, MEGA II/1.2 S. 447f. [MEW 42, S. 456]
Nota I. - Das ist der Sinn der dialektischen Darstellungsweise bei Marx: ein kritischer. Den Ökonomen wird demonstriert, was sie tatsächlich sagen; und was sie stattdessen zu erklären hätten, aber nicht erklären können – nämlich in ihrer eigenen Begriffsscholastik. Konkret: Es wird gezeigt, dass der dialektische Umschlag von Gebrauchswert in Tauschwert gerade nicht stattfindet – und dies bei der Ware par excellence, der Arbeitskraft. Die bürgerliche Wirtschaftsweise ist eben kein System, das sich auf dialektische Weise "bewegt"; nämlich (selber) setzt und entgegesetzt. Das ist nur ihr Schein.
25. 9. 15
Nota II. - Gar nichts "schlägt um". Alles bleibt, wie es ist. Nur der Blickpunkt wird ver-tauscht: Hier der Verkäufer, da der Käufer der Arbeitskraft. Der Tauschwert ist derselbe: der Preis der Arbeitskraft = der Lohn. Der ist für den Verkäufer sein Gebrauchswert: nämlich das, was er dafür kaufen kann; verkaufen kann er es nicht, denn er muss davon leben. Auch für den Käufer ist der Lohn der Tauschwert der Arbeitskraft; aber nicht ihr Gebrauchswert: der ist der Preis der Ware, die der Verkäufer in der vereinbarten Zeit zu produzieren vermag.
Und der ist höher als der Preis der Arbeitskraft, sonst würde sich kein Käufer auf dieses Geschäft einlassen. Usw.
JE
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