Mr. Eckhart zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete VernunftkritikFrage an ChatGPT:
Kennen Sie von Brackens Werk Fichte und Meister Eckhart?
Ja. Sie meinen sehr wahrscheinlich Ernst von Bracken, Meister Eckhart und Fichte, erschienen 1943 im Konrad Triltsch Verlag, Würzburg. Das Werk ist mit rund 650 Seiten eine ausgesprochen umfangreiche Untersuchung.
Und es ist für genau die Frage, die wir eben diskutiert haben, sehr einschlägig: Bracken versucht nicht bloß, einzelne Ähnlichkeiten zwischen Eckhart und Fichte aufzuzählen, sondern eine geistesgeschichtliche und zugleich systematische Beziehung zwischen beiden Denkern herauszuarbeiten.
Besonders interessant ist dabei, dass Bracken offenbar selbst eine Differenzierung vornimmt, die zu Ihrer letzten Bemerkung über den frühen und späteren Fichte passt. Seine Untersuchung geht u. a. über:
- Eckharts Seinslehre und Metaphysik,
- Form und Stoff,
- die Stufenordnung und den Kreislauf des Seins,
- Eckharts Lehre von der Geburt Gottes in der Seele,
- den Begriff des Ich bei Fichte,
- Fichtes Wissenschaftslehre,
- sowie den Vergleich von Eckharts Kategorienlehre mit Kant und Fichte.
Sehr bemerkenswert finde ich für unsere vorherige Diskussion eine Passage im Übergang zu Fichte: Bracken bezeichnet Eckharts Entwicklung ausdrücklich als einen Weg, an dessen Ende in Fichtes Wissenschaftslehre von 1794/95 ein Höhepunkt erreicht werde. Zugleich warnt er davor, Eckhart einfach als unmittelbaren Vertreter neuzeitlicher Ideale zu lesen.
Das könnte für Ihre Frage nach dem „kritizistischen Fichte vor 1800“ versus dem spekulativ-metaphysischen Fichte der Bestimmung des Menschen sogar sehr ergiebig sein. Bracken scheint nämlich gerade die strukturelle Verwandtschaft aufzuspüren, ohne daraus ohne weiteres eine direkte historische Abhängigkeit zu machen.
Wenn Sie möchten, kann ich im nächsten Schritt Brackens Argumentation genau rekonstruieren – insbesondere seine Unterscheidung zwischen dem Fichte der Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre (1794/95) und dem späteren Fichte – und anschließend prüfen, ob Brackens Vergleich mit Eckhart historisch überzeugt oder ob er Fichte rückblickend „eckhartisiert“.
Dafür wäre ich Ihnen dankbar.
JE
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