Montag, 2. Februar 2026

Das reine Wollen: das eigentlich wahre Ich.

 attisch                                  zu Wissenschftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik

Das Herausgehen über jene durch den reinen Willen bestimmte Sphäre ist selbst etwas Sinnliches, weil es dem reinen Wollen, dem eigentlich wahren Ich, entgegegesetzt ist.
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J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 143 


Nota. - Das 'wahre Ich' hat mit Feuerbach, Schopenhauer, Nietzsche, Freud und C. G. Jung einen emphatischen Klang bekommen, der ihm transzendentalphilosophisch-kritisch noch völlig abging. Nicht ein irreduzibel-ursprünglicher Kern der wirklichen Menschen ist ge-meint, sondern das, was an einer lebenden Person als vernunft- und zurechnungsfähiger Anteil aufgefasst werden kann und Ort seiner Freiheit ist; nämlich sein Wollen. Es ist das, was den Menschen nicht biologisch und genetisch, sondern logisch und historisch von den Tieren unterscheidet. Vorgestellt werden kann es nur als bloßes Vermögen, das erst durch reelle Willensakte in Raum und Zeit zu tat sächlichem Willen bestimmt werden kann. Als bloße Möglichkeit ist es noch rein und völlig unbestimmt. Und möglich ist auch, dass Die-ser oder Jener von ihm keinen Gebrauch macht.
 JE 

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