nach Dalí zu Wissenschftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik
Im Begriff oder in der Anschauung muss außer einander liegen, was im Gefühl eins ist. Un-sere Aufgabe ist nun: Wie mag das, was Sache des Gefühls ist, Objekt einer Anschauung oder des Begreifens werden können? /
(Diese Frage
ist sehr wichtig, wir kommen dadurch zum eigentlichen Objekt, zum
NichtIch und zur Beschreibung der Art und Weise, wie das NichtIch
entworfen wird.
Unsere Frage könnte auch so heißen: Wie kommt das Ich dazu, aus sich heraus zu gehen? Diese Frage macht eigentlich den Charakter der Wissenschaftslehre aus. Die Lehre von der produktiven Einbildungskraft wird hier eine neue Klarheit und Festigkeit erlangen. Die ge-samte Sinnenwelt wird durch sie hervorgebracht nach ihren bestimmten Gesetzen.)
__________________________________________________________
J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 77f.
J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 77f.
Nota. - 'Aus sich herauszugehen': Das könnte man missverstehen - wenn man das Ich für ein Reales und nicht für ein Noumen hielte. Es ist hier aber von der Vorstellung vom Ich die Rede und nicht von einem in einer Schale latent schon vorhandenen wirklichen Kern. Es geht darum, wie das Ich 'sich setzt', indem es sich ein(em) NichtIch entgegen setzt.
Die ganze Wissenschaftslehre ist eigentlich Variation über dieses Thema. In der Wirklich-keit ist es das Gefühl von einem Andern, die die Reflexion aufs Selbst veranlasst.
JE
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen