aus Marx und Fichte6) das Ganze oder das Allgemeine
‘Wirklich’,
d.h. wirkend, ist das ‘allgemeine Arbeitsvermögen’ nur auf dem Standpunkt des
gesellschaftlichen G a n z e n. Jedoch ist ‚die Gesellschaft‘ ein
’Ganzes’ n u r in der V o r-s t e l l u n g (als ein V
e r h ä l t n i s); empirisch ist sie dagegen nur ein endloser Strom
individueller Austauschakte, vermittelt durch die K o n k u r r e n
z: diese r e d u z i e r t qua ‚allgemeines Äquivalent‘ die
verschiedenen Arbeiten auf ‚Arbeit überhaupt‘, „abstrakt allgemeine Arbeit”, und
diese Abstraktion vollzieht sie r e a l: nämlich als D u r c
h s c h n i t t. Also was im Begriff ‘Arbeitsvermögen’ dargestellt ist, existiert
empirisch nur als ein Durchschnitt von vielen Arbeiten, und dieser Durchschnitt
ist wiederum das Medium des gesellschaftlichen Zusammenhangs — als Parameter
der individuellen Austauschakte. Aber ein Durchschnitt ist eben kein ‚Ganzes’,
sondern ein Allgemeines; d.h. empirisch real ist nur die (unbestimmte) Menge —
“unendliche Mannigfaltigkeit”— von individuellen Anbietern bestimmter
Arbeitskräfte: das ist die “Klasse an sich” der marxologischen Literatur,
reines Ausbeutungsmaterial, das ein ’Ganzes’ darstellt f ü r das
ihr gegenüberstehende Kapital — also gerade n i c h t ‘an sich’.
‘Klasse’
wird diese empirische Menge nur, insofern sie sich wirklich, d.h. wirkend dem
Kapital entgegen s e t z t, “sich zur Klasse b i l d e t” (und sei es nur ‘an
sich für sich‘, faktisch, noch ohne das bestimmte Bewußtsein davon: ‘für sich
für sich’ ); ‘zur Klasse bilden’ heißt: “zur politischen Partei”.
Und
hier stoßen wir auf die dritte Gestalt des ‘Arbeitsvermögens’ bei
K. M.: die “Arbeiter-klasse” als transzendentale ‘Idee’ , sowohl
erkenntnisleitendes, ‘regulatives’ Prinzip als auch — sofern die Erkenntnis
nämlich praktisch, d. h. politisch, m o t i v i e r t ist — als
“prak-tisches Postulat”, nicht Bestimmtheit, sondern Bestimmung, d.h.
nicht S e i n, sondern S o l-l e n.
In
keiner der drei Gestalten, in denen das Arbeitsvermögen in der ‘Kritik der
politischen Ökonomie‘ vorkommt, handelt es sich um ein substantes Subjekt:
— Als
bloßes ‘Vermögen’ ist es logisches Konstrukt, lediglich Erklärungsgrund eines
em-pirisch Wirklichen; transzendentale Voraussetzung, keineswegs selber Realie;
—
als empirische Realität ist es bloß faktische Addition ( p r o z e s s i e r e
n d e: also nichteinmal endliche S u m m e ) individuell Gegebner;
als solche nicht handelnd (‘wir-kend’), sondern lediglich ‘leidend’; also
g a r k e i n ’Subjekt‘
—
zur “Arbeiterklasse” wird diese empirische Menge nur, sofern sie handelnd sich
als solche setzt; wirkliches, weil wirkendes Subjekt wird nur
durch E n t g e g e n setzung, nämlich effektive.
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