derStandard aus Philosophierungen, oder Das Vernunftsystem
Ich kann von Diesem nur absehen, indem ich auf ein Anderes achte. Ich kann auf jenes nur absehen, indem ich von allem Andern absehe.
17. 9. 15
Nachtrag. Als Akt sind sie eins. Als Begriffe sind sie zwei.
Die Grundmystifikation des Hegel'schen Systems war ein fauler Trick. Nämlich die dialektische Gleichsetzung von Sein und Nichts ganz am Anfang der Logik. Die Negation des Seins ist offenbar das Nichtsein. Das Nichts wäre dann die Totalität von Allem, was nicht ist; das ist offenkundiger Blödsinn.
Es geht um das metaphysische Prinzip: die Gleichsetzung von Logischem und Rea-lem. Position und Negation bilden nur logisch ein Paar. Realiter ist zuerst einmal das Positive; das Negative kommt danach – nicht als negatives Sein, sondern als aktive Verneinung; als Tat eines Subjekts; als Tat-Sache.
Nachtrag I. - Diese Pointe will ich erklären. Was ist, ist Etwas in Raum und Zeit. Was nicht in Raum und Zeit ist, ist nicht; nicht einmal Nichts. Logisches ist jenseits von Raum und Zeit. Es ist nicht, sondern gilt; für logisch in Raum und Zeit Urtei-lende. Was nicht gilt, ist nicht nichts, sondern ist ungültig für logisch Urteilende; Unfug heißt es umgangssprachlich.
Nachtrag II. - Und Nicht-Etwas ist nicht das Nichts und nicht einmal nichts. Es ist der Mangel an Etwas. Nichts ist er nur in Raum und Zeit, doch in der Vorstellung ist der Mangel immerhin eine Dynamis; und unbestimmt ist er auch nicht, sondern bestimmt durch seinen Bezug auf Etwas.
W. Busch Gefühl - sensus, das Sensorium sagt jemand, "die Sinneszellen" – zeigt an, was ist. Genauer gesagt: dass da Etwas ist. Was 'etwas' ist, können die Sinneszellen schon nicht mehr melden, sondern höchstens, wie es sich anfühlt. Dieses oder Jenes oder etwas Anderes, das kann erst... die Reflexion festsetzen. Das Gefühl kennt immer nur hier und jetzt. Die Reflexion, nehmen wir an – warum hieße sie sonst so? –, kann sich erinnern. Kann vergleichen. Wenn sie findet: nicht dieses – dann immerhin Etwas anderes. Daran kann sie weiterarbeiten. Denn anders als das Gefühl kann sie nach freiem Gutdünken fortfahren, solange sie will.
29. 9. 15





