zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik
In der Erfahrung findet Denkzwang statt, die Dinge so aufzufassen.
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J. G. Fichte, Wissenschaftslehe nova methodo. Hamburg 1982, S. 244
Nota. - Erfahrung
ist eine Sache der Sinnlichkeit. Ein Teil der Einbildungskraft bleibt -
an einem Punkt A - gewissermaßen am Gegenstand hängen, der sie
"beschränkt" durch ein Gefühl, und wird dadurch zu realer Tätigkeit.
Ein weiterer Anteil der verbliebenen freien Einbildungskraft wendet
sich aus eignem Entschluss auf das Gefühl der eben in A gesche-henen
Beschränkung - und beschränkt sich selbst: Dies ist die ideale Tätigkeit der Reflexion. So ist der Weg der Erfahrung. In A findet Denkzwang statt und hat die Freiheit der Einbil-dungskraft ein Ende. Der verbliebene freie Anteil der Einbildungskraft geht fort ins Un-endliche.
13. 4. 15
Nota II. - Was frei von Erfahrung ist, kann sich einbilden, was immer ihm einfällt. Wer es der Reihe der vernünftigen Wesen mitteilen will, wird darauf - reflektieren
müssen. Hat es einen Widerstand des Gegenstands nicht überwinden müssen,
kann es auf Phänomenalität keinen Anspruch erheben und muss bloßes Noumenon bleiben. Begegnet es einem Denk-zwang eigener Art?
JE , 29. 6. 20




